....unser Bericht
zum Einsatz!
 
 
  Rund 7 Stunden Einsatz zur Rettung des völlig erschöpften Pferdes Lucie aus der Saale bei Burgk
   
Es war eine Herausforderung für alle Einsatzkräfte der Feuerwehren Schleiz und Möschlitz sowie für die DRK-Wasserwacht Schleiz, um das völlig erschöpfte Pferd Namens Lucie aus der Saale zwischen Burgkhammer und Walsburg zu retten.

Das Pferd wurde schon seit rund 24 Stunden vermisst, als die Einsatzkräfte am 15.07.2023 um 10:59 Uhr zur Tierrettung alarmiert wurden. Zuvor war das Pferd Saaleabwärts rund 2 Kilometer nach der Holzbrücke unterhalb des Schloß Burgk zufällig von einer Radfahrerin am Saale-Radweg entdeckt worden.

Die erste Herausforderung war die Anfahrt zum Einsatzort, die letztlich nur mit Quad und Einsatzleitwagen realisiert werden konnte. Parallel war die Wasserwacht ab Holzbrücke mit einem Schlauchboot im Einsatz. Das LF 8/ 6 Möschlitz parkte 2,5 Kilometer weit weg am Burgker Friedhof und Rüstwagen der Schleizer Feuerwehr an der 2 Kilometer entfernten Holzbrücke.

Lucies Zustand war alarmierend. Die für den Pferdebesitzer anwesenden Betreuer, auf dessen rund 2,5 Kilometer entfernten Koppel weitere 7 Pferde weideten, unterstützen die Einsatzkräfte vor allem mit ihrem wertvollen Wissen und mit der Beruhigung des Pferdes.

Mithilfe von Boot und Einsatzleitwagen (mit Anhänger) wurde die notwendige Aurüstung des Schleizer Rüstwagens zum Einsatzort gebracht.
Die ersten Rettungsversuche bauten noch darauf auf, dass das Pferd ausreichend Willen und Kraft hat, selbst mit Unterstützung einer Winde schräg den ca. 8 Meter tiefen Abhang hinauf zukommen. Dazu wurde mit einer Motorsäge und mit viel Handarbeit der gesamte Hang von Ästen, Totholz und einem Baum befreit. Zusätzlich wurde reichlich Totholz aus der Saale geborgen.
Allerdings war Lucie für diese  Art der Rettung zu erschöpft. Vermutlich stand sie wohl doch schon die ganze Nacht in der Saale, nachdem sie vom anderen Ufer herüber geschwommen war.

Neue Ideen mussten her. Nun sollte das Pferd mit Unterstützung von 2 Hufthebekissen als Auftriebskissen mit dem Boot der Wasserwacht Flussaufwärts zu einem flacheren Gebiet gezogen werden. Doch dieser Versuch scheiterte auch, weil Lucie sich dagegen wehrte.

Jetzt half nur noch eine Methode, die die Einsatzkräfte der Feuerwehr schon von paar Jahren in Schleiz bei einem gestürzten und verkeilten Pferd angewandt hatte.
Die ca. 600 kg schwere Lucie musste aus dem Wasser gehoben werden. Der Einsatz der Drehleiter war dort allerdings ausgeschlossen. Dank der Einsatzkräfte aus der FFw Möschlitz, die gleichzeitig auch in der ortsansässigen Agrar-Genossenschaft arbeiten, wurde ein Teleskoplader zum Einsatzort gebracht und dem nachgeholten Schwerlastgeschirr der Drehleiter und 2 Rundschlingen die schon völlig erschöpfte Lucie aus dem Wasser gehoben.

Eine zum Einsatzort alarmierte Tierärztin versorgte das Pferd mit Schmerz- und Aufbaupräperaten und behandelte die Wunden. Dann galt es, Lucie viel Ruhe zu gönnen, bis sie von selbst wieder den Willen zum Aufstehen hatte. Mit Unterstützung des Teleskopladers fand sie gegen 18 Uhr auf die Beine und trat die 2,5 Kilometer lange Rückreise zur Koppel an. Die letzten 500 Meter schaffte sie dann schon wieder ohne Unterstützung.

Ein großes Dankeschön für die gute Zusammenarbeit gilt den beteiligten Feuerwehren, der DRK-Wasserwacht, dem Team um die Betreung der untergestellten Pferde und der Rettungsleitstelle. Ein besonderer Dank gilt aber auch der Tierärztin und der Möschlitzer Agrar-GmbH.